FIFA
Montag 15 August 2016, 05:56

Farzalyevs Traum in hohem Alter

Eine Weltmeisterschaft ist immer etwas Besonderes und die erste Teilnahme an einer WM ist meist noch viel spezieller. Erreicht man diesen Erfolg erst im hohen Alter, vielleicht wenn man gar nicht mehr gewagt hat davon zu träumen, ist es umso bemerkenswerter. So wird es auch Rizvan Farzaliyev ergehen, der Aserbaidschan bei der FIFA Futsal-Weltmeisterschaft Kolumbien 2016 als Kapitän anführen wird.

Wenige Tage vor dem Abflug nach Südamerika feiert er seinen 37. Geburtstag und freut sich über dieses Abenteuer dennoch wie ein Kind. "Wir haben es geschafft, einen Platz unter den besten 24 Teams der Welt zu ergattern", zeigte er sich im exklusiven Gespräch mit FIFA.com begeistert.

Und dass bei einer Weltmeisterschaft wirklich die besten Teams der Welt warten, müssen Farzaliyev und das Team vom Kaspischen Meer bereits in der Gruppenphase erfahren. Die Auslosung bescherte den Osteuropäern Spanien, Marokko und Iran als Gegner. "Das sind die amtierenden Meister aus Europa, Asien und Afrika", untermauert Farzaliyev die Stärke der Teams.

Geheimfavorit Iran Angesichts dieser Gegner und der Tatsache, dass nicht nur der Kapitän sondern auch Aserbaidschan generell in Kolumbien das WM-Debüt feiern wird, ist die Zielsetzung natürlich klar. "Sollten wir die Gruppenphase überstehen und uns für die K.-o.-Spiele qualifizieren, dann wäre das ein großartiger Erfolg."

Damit das klappt, hat sich der Verteidiger von Araz Naxçivan schon einen genauen Plan ausgedacht und die Kontrahenten analysiert: "Wir haben Spanien vor kurzem in Serbien beobachtet, als sie Europameister wurden. Ein Unentschieden gegen sie wäre ein gutes Ergebnis. Iran steht in der Weltrangliste unter den Top-Fünf, das wird richtig hart. Für uns ist es gegen Iran vielleicht noch schwerer als gegen die Spanier, die kennen wir nämlich besser. Klar sind sie ein Titelfavorit, aber Iran kann bei dieser WM für eine Überraschung sorgen", zeigt er sich mit vollem Respekt gegenüber den Gruppengegnern.

"Wir müssen versuchen, Dritter in der Gruppe zu werden und uns dann als einer der besten Gruppendritten für das Achtelfinale zu qualifizieren. Also sollte unser Fokus auf unserem ersten Spiel gegen Marokko liegen. Sie sind zwar auch sehr stark, aber hier haben wir eine richtige Siegchance. Diese drei Punkte wären Gold wert für das Weiterkommen."

Aufruf an Aserbaidschaner weltweit Um dieses Ziel zu erreichen, liegt viel Verantwortung auf Farzaliyevs Schultern. Er ist der älteste Spieler in einem Team, das sich nach der Futsal EURO vergangenen Februar in einem Umbruch befindet. Die Mannschaft müsse noch zusammenwachsen und an einigen Schwächen arbeiten. Dafür sollen die kommenden Freundschaftsspiele genutzt werden, um dann in Kolumbien bereit zu sein.

Dort hofft Aserbaidschans Nummer Acht dann trotz der Entfernung auf ihre größte Stärke: die eigenen Fans. "Wir erwarten, dass einige Fans aus Aserbaidschan da sein werden. Als wir in den Playoffs in den Niederlanden gespielt haben, waren unsere Fans auch da. Und im Rückspiel zuhause in Baku gab es keinen freien Platz mehr. Ich hoffe wirklich, dass die Leute es schaffen, uns zu unterstützen, auch wenn es fern der Heimat ist", meint der Führungsspieler und schickt eine Aufforderung hinterher: "Sollte jemand nicht weit entfernt von Kolumbien leben, dann kommt und unterstützt uns."

Diese Gelegenheit sollten sich die Fans auch nicht nehmen lassen. Kolumbien 2016 wird eine "historische Weltmeisterschaft für Aserbaidschan werden", wie es Farzaliyev selbst am besten ausdrückt.

Mit fast 37 Jahren blickt er seiner ersten WM mit glänzenden Augen entgegen. Auf die abschließende Frage, welches Souvenir er am liebsten aus Südamerika mit nach Baku bringen würde, antwortet er schnell und mit einem verschmitzten Lächeln: "Vielleicht geben sie uns ja den WM-Pokal, wer weiß!" Dieser eine Traum eint Sportler, egal welchen Alters.

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