Das schönste Tor in Bednarczyks Karriere
Auch das jüngste Kadermitglied Zalewski zeigte eine Topleistung
Ein Youngster von Bayern München demonstrierte sein Potenzial
Für das zweite Gruppenspiel gegen Tahiti hatte Polens Trainer Jacek Magiera einige Umstellungen gegenüber dem Team vorgenommen, das zum Auftakt gegen Kolumbien verloren hatte. Diese Neuausrichtung zahlte sich in jeder Hinsicht aus. Die Gastgeber starteten mit drei neuen Musketieren in die Partie, die alle eine wichtige Rolle beim klaren 5:0-Sieg spielten, durch den Polen wieder alle Chancen hat, sich einen Platz in den K.o.-Runden zu sichern. "Das war das schönste Tor meiner Karriere", freute sich Jakub Bednarczyk gegenüber FIFA.com über den ersten Treffer der Partie. Ähnlich beeindruckend waren auch die Leistungen von Nicola Zalewski und Marcel Zylla. Alle drei dürften nach dieser Partie auch im entscheidenden letzten Gruppenspiel am Mittwoch gegen Senegal wieder in der Startelf stehen.
Bednarczyk wurde am 2. Januar 20 Jahre alt und ist damit das älteste polnische Kadermitglied. Wäre er nur zwei Tage früher geboren worden, wäre er bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft in seinem Heimatland nicht mehr spielberechtigt gewesen. Abgesehen davon kann er nun auch beanspruchen, eines der schönsten Tore in der Geschichte der polnischen U-20-Nationalmannschaft erzielt zu haben.
"Es war sogar noch schöner als das vor einigen Monaten in einem Freundschaftsspiel gegen Japan im gleichen Stadion. Ich spiele gern offensiv. Eigentlich ist das nicht meine Position, aber wenn es um Torschüsse geht, versuche ich immer, mich an Cristiano Ronaldo zu orientieren." Die polnischen Fans jedenfalls wünschen sich, dass Bednarczyk auch gegen Senegal wieder so erfolgreich abschließt. "Natürlich werde ich mir das Tor im Hotel noch ein paar Mal ansehen. Ich möchte es meinem Vater Jacek widmen, dem ich auch schon im Stadion gedankt habe. Ohne ihn wäre ich kein Fussballer geworden. Er war mein erster Coach. Wenn ich es jemandem zu verdanken habe, hier bei diesem Turnier dabei zu sein, dann ihm", so der Verteidiger.

Zalewski konnte seine große Freude nach dem Sieg nicht verhehlen. "Ich bin sehr zufrieden mit meinem WM-Debüt. Ich mag zwar der jüngste Spieler im Team sein, aber ich war nur in den ersten zehn Minuten ein bisschen nervös. Danach fühlte ich mich prima. Nach unserer Auftaktniederlage gegen Kolumbien war die Situation etwas angespannt. Jetzt sind wir alle deutlich ruhiger. Aber wir wissen, dass wir unsere Aufgabe noch nicht erledigt haben. Wir müssen gegen Senegal gewinnen und ich bin sicher, dass wir das schaffen", so der Flügelspieler, der Neymar als sein Vorbild nennt. Zu der tollen Kulisse mit mehr als 15.000 Fans, die ihn und seine Teamkameraden gegen Tahiti anfeuerten, sagte er: "Die Unterstützung ist einfach großartig. Ich möchte den Fans von hier aus ein riesiges Dankeschön sagen!"

Der dritte Musketier schließlich, der ebenfalls sehr zufrieden mit seiner Leistung sein darf, ist Bayern Münchens Nachwuchstalent Marcel Zylla. Normalerweise sorgt bei den Bayern der Pole Robert Lewandowski für Schlagzeilen, doch gestern Abend stand Zylla im Rampenlicht. Im Auftaktspiel der Gastgeber gegen die Cafeteros kam er in der zweiten Halbzeit ins Spiel und überzeugte Trainer Magiera, ihn in die Startformation zu nehmen. Auch dies erwies sich als gute Entscheidung. Zunächst traf Zylla mit einem Schuss nur die Latte. Doch mit seinem zweiten Versuch erhöhte er auf 2:0 für Polen Im weiteren Verlauf der Partie spielte er auch den gefühlvollen Pass, den Dominik Steczyk mit einem Treffer krönte. Ein Lattentreffer, ein Tor und eine Vorlage – die Bilanz des in München geborenen Youngsters kann sich sehen lassen. Die polnischen Fans jedenfalls wünschen sich für das Spiel gegen Senegal eine ähnlich starke Leistung…