Der ehemalige U.S.-Nationalspieler Jimmy Conrad bestritt 27 Länderspiele und eine FIFA WM
Der Ex-Verteidiger ist heute in der Medienbranche und kommentiert FIFA-Wettbewerbe
Er bewundert die mentale Stärke der eSport-Champions
Wer in letzter Zeit die Übertragungen der FUT Champions-Wettbewerbe verfolgt hat, kam nicht an ihm vorbei. Jimmy Conrad, 27-facher Ex-Nationalspieler der USA, ist der Starmoderator von Electronic Arts und hat in diesem Jahr die sechs Regionalfinals der FUT Champions-Saisons sowie die Ultimate Team Championship in Berlin kommentiert. FIFA.com traf ihn in der deutschen Hauptstadt zum Gespräch.
In Deutschland übrigens erlebte Conrad den Höhepunkt seiner Karriere, als er an der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006 teilnahm. Der einstige Abwehrspieler, der vier Mal in die beste Elf der MLS und 2005 zum besten Verteidiger des Jahres gewählt wurde, kennt also den Druck, der in solchen Wettbewerben herrscht. Umso mehr bewundert er die mentalen Qualitäten der eSportler. "Ich habe großen Respekt vor diesen jungen Champions. Die Art und Weise, wie sie mit dem Druck auf ihren Schultern umgehen, ist wirklich beeindruckend", sagt er lächelnd.
"Man darf nicht glauben, dass all die Gamer, die an einem solchen Ereignis teilnehmen, einfach so hier spielen als ob sie mit Freunden in ihrem Wohnzimmer sitzen würden. Sie haben Sponsoren und wurden teilweise von großen Klubs unter Vertrag genommen. Sie stehen unter dem Druck, Ergebnisse zu liefern. Wie ich damals in meiner Zeit als Profifussballer", erklärt Conrad.
Die virtuellen FIFA-Wettbewerbe zu kommentieren ist nur eine der vielen Beschäftigungen des Amerikaners, der auch als Fussballexperte in verschiedenen Medien zu sehen ist und einen YouTube-Kanal betreibt. "Ich wusste, dass ich in die Medienbranche wechseln wollte, um meine Leidenschaft mit der größtmöglichen Anzahl von Menschen zu teilen. Die Leute denken oft, dass es für einen ehemaligen Spieler leicht ist, Kommentator zu werden, aber sie täuschen sich. Analysen zu erstellen und am Mikrofon oder vor der Kamera zu argumentieren, das sind Dinge, die man lernen muss."
Und als er das Angebot erhielt, seine Qualitäten als Analyst und Interviewpartner in den Dienst des virtuellen Fussballs zu stellen, fand er das ganz normal. "Ich gehöre zu einer Generation, die mit Videospielen aufgewachsen ist, und finde es faszinierend, welches Ausmaß das heute angenommen hat. Unsere Wettbewerbe werden auf der ganzen Welt verfolgt und der Hype wird immer größer", sagt er erfreut.
Gleichzeitig hat Conrad dabei das Gefühl, an der Entwicklung des Fussballs teilzuhaben. Er kommt schließlich aus einem Land, in dem der Soccer noch großes Wachstumspotenzial hat. "In den USA dient das Spiel als Schaufenster für den Fussball. Es ist nicht wie in Europa oder Südamerika, wo der Fussball der Sport Nummer eins ist. Das FIFA-Videospiel ist für junge Amerikaner oft eine spielerische und sympathische Möglichkeit, den Fussball zu entdecken", sagt er zum Abschied.