Montag 01 Februar 2016, 17:03

Araujo will Libanons Traum erfüllen

Aller guten Dinge sind drei. Dies zumindest hofft wohl auch der spanische Trainer Francisco Araujo, der mit Libanon zum dritten Mal in Folge die Futsal-Asienmeisterschaft bestreiten wird. Die Libanesen haben sich dabei das Ziel gesetzt, zum ersten Mal in den zehn Teilnahmen an diesem Wettbewerb über das Viertelfinale hinauszukommen.

Der ehemalige Futsalspieler des FC Barcelona übernahm 2011 die Leitung der libanesischen Nationalauswahl. Bei der kontinentalen Futsalmeisterschaft 2012 kam er nicht über das Viertelfinale hinaus, und auch vor zwei Jahren in den VAE scheiterte sein Team bereits im Achtelfinale.

Vier Jahre und vier Monate nach seiner Amtsübernahme kann Araujo dennoch ein positives Fazit seiner Arbeit ziehen, denn das Interesse am Futsal sei enorm gestiegen, wie er im Gespräch mit FIFA.com unterstreicht: "Die Auswahl wurde rundum erneuert. Das betrifft nicht nur die Spieler und den Altersdurchschnitt, sondern auch die spezifische Mentalität, die Futsal erfordert. Wir verfügen nunmehr über eine Gruppe von Spielern, die sich ausschließlich dem Futsal widmet und die Grundkenntnisse der modernen Taktik dieses Sports besitzt. So hat sich die Mannschaft weiterentwickelt, um eine der besten des Kontinents zu werden."

Trotz des wachsenden Interesses für diese Disziplin in Libanon nach der Gründung von Futsalmeisterschaften für Frauen und Männer hat sich das Nationalteam noch nie für die FIFA Futsal-Weltmeisterschaft qualifizieren können.

Araujo hat noch schmerzliche Erinnerungen an den Asien-Cup 2012, bei dem Libanon im Viertelfinale gegen Thailand den Kürzeren zog. "Das war ein schwerer Moment. Nicht nur wegen der Niederlage, sondern auch wegen dem, was im Spiel zwischen Kuwait und Australien geschehen ist. Wir standen innerhalb kürzester Zeit mehreren Schwierigkeiten gegenüber. Obwohl wir den Spielern die taktischen Grundregeln vermittelt hatten, ist es uns wegen eines einzigen Tores nicht gelungen, uns für die WM zu qualifizieren."

Zwei Jahre später verpasste Libanon nach einer Niederlage gegen Usbekistan erneut den Einzug ins Halbfinale. Gleichwohl räumt Araujo ein, dass die Niederlage damals gerechtfertigt war: "Man darf nicht vergessen, dass der moderne Futsal in Libanon noch neu ist. Vorher hatte es weder ausländische Spieler noch Trainer gegeben, weshalb die Entwicklung der Athleten ihre Zeit in Anspruch genommen hat."

"In der letzten Auflage hatten wir außerdem mit Verletzungspech zu kämpfen. Unter anderem fielen unser Stammtorwart Hussein Hamdani und der Kapitän Qassem Qussan aus. Wir hatten damals eine neue Gruppe Ersatzspieler dabei, die mit unserer taktischen Organisation nicht vertraut war. Wir haben dennoch ein gutes Spiel gemacht und nur aufgrund individueller Fehler verloren."

Zuversichtlicher Blick in die Zukunft Bei der in zwei Wochen stattfindenden kontinentalen Meisterschaft werden die Libanesen erneut auf Usbekistan treffen, dennoch hat sich Araujo vorgenommen, den ersten Platz in der Gruppe A zu erobern. Damit würde sein Team im Viertelfinale möglicherweise auf einen schwächeren Gegner treffen, was die Aufgabe erleichtern würde, endlich die Runde der letzten Vier zu erreichen und damit das Ticket zur FIFA Futsal-Weltmeisterschaft Kolumbien 2016 zu lösen.

Doch für den spanischen Coach sind die Auftaktbegegnung mit Kirgisistan und das letzte Duell gegen Saudiarabien, gegen das sein Team bereits in der Qualifikation gewonnen hat (5:2), genauso wichtig wie die Partie gegen Usbekistan.

"Alle unsere Begegnungen in Gruppe A sind gleich wichtig. Wir dürfen nicht vergessen, dass Kirgisistan über eine gute Mannschaft verfügt, die sich schon oft für das Viertelfinale qualifiziert hat. Sie gilt es ebenfalls zu schlagen, wenn wir den Gruppensieg erobern wollen, was wichtig wäre, um unserem Angstgegner Iran aus dem Weg zu gehen."

Auch der libanesische Fussball hat in den letzten Jahren einen großen Schritt nach vorne gemacht, nachdem sich die A-Nationalelf für die letzte Runde der Asien-Qualifikation für die FIFA WM Brasilien 2014™ qualifiziert hatte. Aber im Falle einer erfolgreichen Qualifikation der Futsal-Auswahl wäre dies die erste Teilnahme einer libanesischen Mannschaft an einem FIFA-Turnier, so dass das ganze Land hinter seinem Team stehen wird. Für den 42-jährigen Trainer ist eine WM-Teilnahme durchaus in Reichweite.

"Wir haben bisher nicht sehr viel Glück gehabt, sei es auf oder neben dem Platz. Unsere besten Spieler waren im Vorfeld der wichtigen Begegnungen verletzt. Außerdem war uns auch das Losglück bisher nicht hold. Ich hoffe, dass wir den Trend aus eigener Kraft umdrehen und uns unseren Traum verwirklichen können."

"Ich habe seit meiner Amtsübernahme 2011 ein junges Team aufgebaut, welches aber über große Erfahrung auf asiatischer Ebene verfügt. Wir können unser Ziel erreichen und damit für immer das Bild des libanesischen Futsals verändern."

Nun bleibt nur zu hoffen, dass für Araujo und die libanesische Auswahl tatsächlicher aller guten Dinge drei sind.