FIFA
Mittwoch 08 Februar 2023, 23:00

Afrika in Paris konzentriert und vereint

  • Neuartiger Workshop in Paris mit Führungsmitgliedern der afrikanischen Fussballverbände

  • Die zwei Tage standen ganz im Zeichen der Arbeit rund um die Entwicklung des Fussballs

  • "Es ist uns gelungen, ganz Afrika in Paris um ein gemeinsames Ziel zu versammeln."

Am 7. und 8. Februar fand in Paris erstmals eine neuartige Veranstaltung statt. Zwei Tage lang kamen die afrikanischen Mitgliedsverbände der FIFA in der französischen Hauptstadt zu einem Workshop über die Entwicklung des Fussballs zusammen, die in diesem Jahr mit dem Start der dritten Auflage des FIFA-Entwicklungsprogramms FORWARD 3.0 einen weiteren Schritt nach vorn macht.

FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte bereits am Dienstag in seiner Eröffnungsansprache von einer "neuen Ära für den afrikanischen Fussball" gesprochen, nicht zuletzt wegen der erneut deutlich erhöhten finanziellen Hilfen für die Verbände. Der dritte Zyklus des Programms, der bis 2026 läuft, zeichnet sich durch eine Erhöhung der Mittel für Investitionen in die Entwicklung des Fussballs um fast 30 Prozent aus.

Neben finanziellen Belangen standen während der zweitägigen Diskussionen und der Zusammenarbeit vor allem die Personalmittel im Zentrum. "Ich denke, wir können heute stolz darauf sein, dass es uns gelungen ist, ganz Afrika in Paris zu vereinen, um sich auf ein gemeinsames Ziel zu konzentrieren: die Zukunft des Fussballs auf dem gesamten Kontinent gemeinsam zu gestalten und sich auf eine Strategie zu einigen", sagte Kenny Jean-Marie, Leiter der Abteilung Mitgliedsverbände der FIFA.

"Zwei Tage intensiver Arbeit liegen hinter uns. Es ist nicht leicht, all diese Informationen zu verarbeiten, doch ich kann sagen, dass alle Delegierten, Präsidenten, Generalsekretäre, Schatzmeister und FORWARD-Beauftragten wirklich fantastische Arbeit geleistet haben", so Gelson Fernandes, Leiter der Abteilung afrikanische Mitgliedsverbände.

Am ersten Tag ging es hauptsächlich um bewährte Praktiken und Good Governance. Am zweiten Tag konzentrierte man sich auf die strategische Planung und eine Präsentation der Besonderheiten von FIFA FORWARD 3.0. Zur Betreuung der Arbeit der Teilnehmer nahmen an dem Workshop auch Vertreter mehrerer Regionalbüros in Afrika teil, die die Mitgliedsverbände während des gesamten Jahres bei ihren verschiedenen Entwicklungsprojekten unterstützen.

"Die Regionalbüros wurden eingerichtet, um das FIFA-Entwicklungsprogramm FORWARD voranzutreiben. Sie spielen eine sehr wichtige Beratungsrolle für die Mitgliedsverbände und helfen ihnen bei der Umsetzung von Projekten im Rahmen von FIFA Forward", erläutert David Fani vom Büro in Johannesburg. "Wir sind hier, um alle an die Bedeutung einer umfassenden strategischen Planung zu erinnern. Wir müssen uns auf eine gemeinsame Definition und auch auf eine gemeinsame Strategie einigen", sagt El Hadji Wack Diop vom Büro in Dakar.

"Nach der Planung kommt die Überwachung der Umsetzung. Es müssen die besten Projekte ausgewählt werden, die den Bedürfnissen der Mitgliedsverbände jedes Kontinentalverbands am besten entsprechen, und das geschieht durch eine gründliche Analyse aller von den Verbänden eingereichten Dokumente", so Davis Ndayisenga vom Regionalbüro in Kigali.

Zum Abschluss des zweitägigen Workshops bekamen die afrikanischen Delegationen Besuch von Fatma Samoura, die sie herzlich begrüßte und ihnen für ihre Anwesenheit bei diesem historischen Ereignis dankte. Die FIFA-Generalsekretärin bezeichnete Marokko mit seinen jüngsten Erfolgen als Vorbild, dem es im Bereich der Entwicklung zu folgen gelte. "Marokko hat als erstes afrikanisches Land das Halbfinale einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ erreicht. Diese Leistung ist keineswegs dem Zufall zu verdanken, sondern das Ergebnis einer langfristigen Arbeit, die von einem Präsidenten gesteuert wird, dem die Entwicklung des Fussballs, seines Landes und seines Kontinents am Herzen liegt."

Die Senegalesin bekräftigte ihre Argumentation mit einem Verweis auf den Frauenfussball in Marokko, der vor nicht allzu langer Zeit lediglich in den Schulen existierte. Eine Profiliga gab es nicht. "In diesem Jahr hingegen wir Marokko an der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ in Australien und Neuseeland teilnehmen, nachdem das Team beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal der Frauen das Finale erreicht hat. Dafür brauchte es eine zuverlässige Führungsarbeit und eine langfristige Zukunftsplanung, und nicht nur den Wunsch, bereits nach ein oder zwei Jahren die Früchte ernten zu wollen."

Samoura führte dann auch die Erfolge ihres eigenen Landes als Beispiel an, "das wie viele andere mehrere Jahre unter schwacher Führung durchmachte. Doch mit gutem Willen und der Liebe zum Fussball und vor allem mit einer guten Planung, wie sie Gegenstand dieses zweitägigen Treffens war, kann man es an die Spitze des Kontinents schaffen und vielleicht sogar eines Tages die begehrteste Trophäe bei der FIFA Frauen-WM in die Höhe stemmen."

Zum Abschluss kamen alle Teilnehmer zum Gruppenfoto mit der Generalsekretärin auf die Bühne. Dabei drückten die Gesichter der Teilnehmer Stolz und Zufriedenheit mit der Arbeit aus, die in diesem ersten Workshop dieser Art geleistet wurde, auf den sicher noch zahlreiche ähnliche Veranstaltungen folgen werden.